Warum ich so selten schreibe…

Diese Frage wird in letzter Zeit an mich herangetragen, und ich selbst denke darüber auch immer wieder nach. Es gibt ja durchaus schnelle Gedankenblitze, die mir durch den Kopf schießen, später jedoch nicht wieder aufgegriffen werden. Wahrscheinlich sollte man für derartige Momente immer irgendwas zum Notieren griffbereit haben, alles so bald wie möglich konkreter fixieren und schön geplant an festen Daten hintereinander weg veröffentlichen… Aber jene Impulse erscheinen mir oft zu schlicht und unbedeutend. Will irgendjemand, ich inklusive, überhaupt davon lesen? Ich hab‘ ja selbst kurz darauf den Eindruck, dass meine Idee nicht wert war, mitgeteilt zu werden, und erst recht nicht geistreich oder gar neu. In der Hinsicht scheitert es also an meinen eigenen Ansprüchen bezüglich der Themenwahl , die ich mal überdenken müsste.

Oder passiert bei mir tatsächlich zu wenig, und daher ist das Material wirklich nicht ergiebig genug? Angesichts dessen, was alles so passiert, kann aus meinem Leben und meinen Gedanken eigentlich nichts von Relevanz dabei sein. Das könnte darauf verweisen, dass ich mein Überdenken mal überdenken müsste.

Und was ist denn mit den Ideen, die mir schon früher gekommen waren? Die ich hier angekündigt hatte? Die teilweise in Ansätzen sogar schon ausgearbeitet sind? Gefällt mir alles nicht mehr. Hat mir irgendwie dann plötzlich auch zu viel mit dem ollen Krebs zu tun. Jetzt bin ich doch total gesund… Dabei ist es ja nur ein Wunschtraum, das Thema sei wieder ganz weit weg, verpufft, alles habe sich in Wohlgefallen aufgelöst. Erstens muss ich selbst ja andauernd wieder an meine Krankheit denken, deren Konsequenzen weiter reichen als mir lieb ist, und zweitens isses ja nicht so, als sei ich der einzige (Ex-)Krebskranke der Welt oder auch nur im eigenen Umfeld. Um nicht zu sagen, davon gibt es gefühlt sogar immer mehr, inflationär geradezu, ständige Präsenz von Tumorerkrankungen ist zu konstatieren, weiß man ja. Abgeschlossen ist da thematisch mal so gar nichts. Also muss ich wohl mein Überdenken des Überdenkens überdenken.

Es gibt wieder Blutwerte… und Blogbeiträge

Ja, richtig. Ich mache endlich mal weiter. Irgendwie ist die Welt mit dem Altern so viel komplexer geworden (mehr dazu demnächst hier), dass selbst ich, der eigentlich keinen so wirklich richtig richtig logischen Grund dafür hat, dennoch immer was anderes zu tun habe. Worin auch immer dieses Andere besteht. Leider war ich schon immer der Typ, der mit Freude und Elan Sachen (Erwachsenendeutsch: „Projekte“) anfängt und dann nicht beendet sondern liegenlässt und sich etwas Neuem zuwendet. Furchtbar. Aber diesmal nicht! Immerhin gibt es heute eine richtige Neuigkeit als Anlass, mal wieder  von mir hören zu lassen, zur Not auch in kleiner Form, die ja bekanntlich als große Kunst gilt. Das ist sicher ganz gut, um wieder reinzukommen. Eventuell gestalte ich meine Beiträge in Zukunft nur noch als kongeniale Aphorismen.

Am Montag hatte ich meine erste reguläre Nachsorgeuntersuchung. Diese werden in den nächsten zwei Jahren im 3-Monats-Rhythmus (ohne Autokorrektur auf Anhieb richtig geschrieben – pew pew) durchgeführt und bestehen, sofern ein fieser Verdacht nichts anderes anzeigt, aus Blutuntersuchungen und dem Betrachten meiner Lymphknoten im Ultraschall. Außerdem ist wohl die Größe der Milz ein Indikator für Veränderungen, da sie mit dem lymphatischen System in Verbindung steht. Das hab ich gestern gelernt. Meine Milz ist mit 13cm noch leicht vergrößert, das ist aber durchaus okay und könnte als Folge meiner Erkrankung auch so bleiben. Bei 20cm aufwärts wird’s wohl bedenklich.

Bei meiner Ankunft war zunächst mal kein Raum parat, weswegen ich mich erstmals in den normalen Wartebereich der Klinikambulanz begeben sollte – schön warm eingepackt in die übliche Schutzkleidung: Blaue Handschuhe, grüner Kittel, weiß-grüner Mundschutz. Auf die Haube durfte ich verzichten, dabei besitze ich doch sogar wieder Haare … Manch einer behauptet gar, es seien mehr als je zuvor.

Während ich aufs Zimmerchen wartete die erste Überraschung: Das Wlan der Uniklinik ist jetzt plötzlich ganz normal für Patienten zugänglich 🙂 Und zwar nicht nur im Wartebereich, sondern einfach überall. Das können die Ärzte jetzt auch nutzen, deren eigene Verbindung ist nämlich nach wie vor scheiße, wie man mir sagte. Anscheinend wird in der Uniklinik, seitdem ich davon nichts mehr habe, so manches verbessert. Na super, gerade rechtzeitig. Wenn das so weitergeht, kommen bald genießbares Essen, sinnvolle Belüftung/Heizung und gute Organisation. Dafür würde auch sprechen, dass ich nicht sehr lang ausharren musste und alles ziemlich schnell ging. Mein Blut war fix abgenommen und das Labor arbeitete anscheinend effizient an diesem Tag. Bei mir sind alle Werte super. Körperliche Untersuchung unauffällig. Ultraschall auch. Punkt.