Endlich keine Zeit…

…, endlich volles Programm und Alltagsstress!  Dieses paradox anmutende Gefühl überkam mich in den vergangenen Wochen immer wieder. Wie gut es doch tat, mal für viele Dinge – zum Beispiel 1jahr1monat – keine Zeit zu finden, weil jede Menge los war. Das fühlt sich normal an. Ich fühle mich  normal, geschäftig, patent.

to-do-list

Da wäre zunächst der ziemlich aktiv gestaltete Urlaub im Yogazentrum an der Nordsee. Von dort aus direkt weiter zum Hundeseminar in Solingen, wo es einige Hausaufgaben mit auf den Weg gab. Dann Heiner-Müller-Konferenz in Aachen, nebst Abendessen mit allen Teilnehmern, Theaterbesuch, Networking mit klugen Menschen. Dann noch eine Menge Handwerker bei uns in der Wohnung zu betreuen. Dazwischen startete zudem meine Physiotherapie, ich gebe wieder Nachhilfe, hatte ein Bewerbungsgespräch. Außerdem noch dieses Freundschaftsding, soziale Aktivitäten. Und die letzte Seminararbeit ist endlich endlich endlich abgegeben. Nach 2 Jahren. Aber sehr erfolgreich und in der Sprechstunde war ich auch schon, wurde sehr gelobt und fühle mich dadurch noch kompetenter. Wie ein gesunder Mensch halt.

Für die meisten ist das wohl gar kein straffes Programm. Man kommt damit nicht ansatzweise auf das Tagespensum einer normal arbeitenden Person, die im regulären Berufsalltag steht – und darüber hinaus ja ihrerseits auch viele andere Dinge zu tun hat. Für mich aber ist der Grad meiner Beschäftigung ein unglaublich starker Kontrast zum vergangenen Jahr. So richtig busy. Beim Bewerbungsgespräch (nur ein Minijob, nichts weltbewegendes) zum Beispiel ging es so konkret um mich als denjenigen, der etwas leisten kann. Nicht  als Patient, um den sich anderen kümmern, sondern ich selbst bin gefordert. Das ist neu.

Genauso bei der Müller-Konferenz, wo ich minimale Aufgaben übernommen hatte. Nur ein paar Redner anmoderieren. Aber immerhin, mal wieder vorne stehen, sprechen vor einer Gruppe. 3-5 Minuten  Ruhm. Außerdem tut es mir richtig gut, mich intellektuell zu betätigen, komplexere Sachverhalte nachzuvollziehen. Das habe ich, auch wenn mir das jetzt erst klar wird, vermisst. Die Tagung hat mich wieder ein wenig angefixt, vorsichtig auf meine eigene Abschlussarbeit zu schielen und die dafür nötigen Denkprozesse ganz langsam anzustoßen. Da bewegt sich was im Hirn.

Den größten Anregungsgehalt hatte die letzte Zeit aber für meine Körperwahrnehmung und das Thema Bewegung insgesamt. Da passiert im Moment sehr viel Gutes mit mir und ich kann mich verhältnismäßig oft aufraffen, erstens überhaupt in die Gänge zu kommen und zweitens gerade die Dinge zu tun, die mir schwer fallen, ohne es als reine Qual zu empfinden. Meistens zumindest.

3 Gedanken zu “Endlich keine Zeit…

  1. Das hört sich gut an und freut mich für Dich.Besonders der Abschnitt zur Körperwahrnemung.Lass uns mal über die Bewertung eines „normalen“ Tagesprogramms reden ;-).
    Weiter so :-).

    Gefällt 1 Person

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